Genmais 1507 oder der "Merkel-Mais"

Oppositionspolitiker warfen der großen Koalition vor, gegen ihre eigenen Grundsätze verstoßen zu haben. Im Koalitionsvertrag hatten sich die Unterhändler der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD noch auf folgende Formel geeinigt:

"Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an. Wir treten für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tiere, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, ein. An der Nulltoleranz gegenüber nichtzugelassenen gentechnisch veränderten Bestandteilen in Lebensmitteln halten wir fest – ebenso wie an der Saatgutreinheit."

Vorstand und Mitglieder der Oldenburger Gentechnikfrei BI sind der Ansicht, dass hier ein klarer Verstoß gegen den Koalitionsvertrag vorliegt. Wir sind gespannt, welche Mittel die SPD einsetzt, Frau Merkel den Vertragsbruch schmerzhaft deutlich zu machen.

03. 03. 2014-NWZ Kinderseite-Streit um Genmais

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) teilte nach der Abstimmung mit, den Anbau in Deutschland verhindern zu wollen. "Ich hoffe, dass es uns gelingt, mit einer Ausstiegsklausel den Anbau in Deutschland zu verhindern", sagte Friedrich. "Ich bin jedenfalls sehr optimistisch."

Da darf man gespannt sein, wie Merkel & Co. verhindern wollen, das Wind, Insekten etc. den gentechnisch veränderten Mais über die Landesgrenzen bringen.

14. 02. 2014-NWZ-Satire zum Genmais 1507

Das wirft die Frage auf, wer hat den Nutzen von der EU-Zulassung für den gentechnisch veränderten Mais. Die Bevölkerung nicht – das haben die Bürger hat bereits erkannt und stellen sich gegen die Zulassung.

Welche tatsächlichen Gründe gibt es für Merkel`s Gefolgsleute in der EU sich der Stimme zu enthalten und sich nicht klar auf die Seite der Deutschen Bevölkerung zu stellen?

Steht Merkel vielleicht im Wort bei der Chemie- und Agrarindustrie? Vor allem Bayer und BASF wünschen sich ein gentechnikfreundliches Umfeld in Deutschland.

Mit der Enthaltung kommen die Gegner der Zulassung in der EU nicht auf eine qualifizierte Mehrheit. Im Falle eines Patts entscheidet die EU-Kommission, die den Anbau der Pflanze aller Voraussicht erlauben wird.

88 Prozent der Bundesbürger haben Vorbehalte gegen den Anbau von Genmais.

 

Dennoch fördert die Kanzlerin die EU-Zulassung einer umstrittenen Maissorte - gegen den Widerstand ihres eigenen Landwirtschaftsministers.

Die EU-Mitgliedstaaten stimmen am 11. Februar darüber ab, ob die genetisch veränderte Maissorte 1507 der US-Firma Pioneer Dupont in Europa angebaut werden darf.

Gegen den Maiszünsler und andere Schmetterlinge, deren Raupen zu den häufigsten Schädlingen auf Maisfeldern zählen, bildet die genveränderte Maissorte 1507 ein Gift. Sie kann es außerdem ab, mit dem giftigen Pflanzenschutzmittel Glufosinat besprüht zu werden: Unkraut tötet dieses Mittel ab, der Mais wächst ungestört weiter.

Um der Maissorte mit der Nummer 1507 diese Eigenschaften zu verleihen, haben Gentechniker ihr Erbgut verändert und der Pflanze Genabschnitte aus Bakterien eingeschleust: Die einen dieser Bakterien bilden von Natur aus ein Gift gegen Schmetterlingsraupen, die anderen sind immun gegen das Pflanzengift.

Das Besondere – und Umstrittene – an diesem auch "transgen" genannten Mais ist, dass sein Erbgut künstlich umgebaut wurde. Die Gene sind nicht, wie bei einer Züchtung, miteinander verwandt.

Eric Neuman (Vizepräsident der US-amerikanischen Firma Bioinformatics) sagte einmal treffend: "Wir haben ein sehr begrenztes Verständnis, was in einer Zelle abläuft. Man kann das ganze Genom kennen und doch weniger als ein Prozent von dem verstehen, was in der Zelle passiert".

Risikoforschung kann niemals besser sein als die Grundlagenforschung. Lücken in der Grundlagenforschung sind immer auch Lücken in der Risikoforschung. Es fragt sich, ob bei diesem geringen Kenntnistand und 99 % wissenschaftlicher Unsicherheit überhaupt eine verlässliche Risikoabschätzung möglich ist.