2008: Millionen Bienen sterben nach Pestizideinsatz am Oberrhein

 

Im April und Mai 2008 starben in der Region Oberrhein in Baden-Württemberg zehn­tausende Bienenvölker. Verantwortlich dafür war das Insektizid Clothianidin der Firma Bayer Cropscience. Als Saatgutbehandlungsmittel wurde das clothianidinhaltige Mittel Poncho zusammen mit einem Haftmittel auf die Saatkörner aufgetragen und hätte bei der Maisaussaat direkt in den Boden gelangen sollen. Der für Bienen hochgiftige Wirkstoff wurde jedoch auf benachbarte Äcker geweht und dort von Bienen aufgenommen, die kurze Zeit später in Massen starben.

 

Die Greenpeace-Studie "Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" nennt sieben Pestizide, deren Verbot notwendig ist, um das Bienensterben einzudämmen. Zwei Wirkstoffe des Herstellers Bayer, Imidacloprid und Clothianidin, gehören zur Gruppe der besonders gefährlichen Neonicotinoide, deren Verbot derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird. "Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind eindeutig: Pestizide tragen zum Bienensterben bei. Bayer muss endlich die entsprechenden Produkte vom Markt nehmen," sagt Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff.